Konzept

Potsdam Unterwegs im Licht 2020

Der Puls der Geschichte – Das Lichtkonzept für Potsdam Unterwegs im Licht 2020

Für „Unterwegs im Licht“ hat Ruairí O’Brien ein progressives, poetisches und zukunftsweisendes Lichtkonzept erarbeitet, zugeschnitten auf die Identitäts- und Qualitätsmerkmale der Landeshauptstadt Potsdam. Es spricht mit hoher künstlerischer Qualität prägnante Elemente des kulturellen Gedächtnisses an, inspiriert freudiges, dankbares und kritisches Gedenken.
Der „Puls der Geschichte“ verbindet auf künstlerischer Ebene Ereignisse der Geschichte, Zäsuren, und bietet ein differenziert wahrnehmbares Licht-Erlebnis sowie ein immer neues Erleben des städtischen Raumes in Potsdams Mitte. Mit einer qualitätsvoll abgestimmten Beleuchtung und einem pointiert gesteuerten Einsatz von Licht wird ein begehbares städtebauliches Gesamtbild geschaffen, das sich durch einen vorprogrammierten Ablauf von individuell komponierten Lichtstimmungen im Verlauf der Veranstaltung dynamisch verändert und damit sowohl die Poesie des Stadtlebens zum Ausdruck bringt als auch die Inhalte des Themenjahres versinnbildlicht.
O’Brien möchte mit dieser lichtpoetischen Arbeit die Stadt als Gesamtkunstwerk betrachten, mit dem im Verlauf des Abends das Thema Zeit und Raum als dynamisches Ganzes angesprochen wird. Die ausgewählten Farbkombinationen verweisen auf einen hochwertigen und reduzierten Umgang mit Kunstlicht im öffentlichen Raum. Eine statisch flache Beleuchtung von Bauwerken wird vermieden, das Lichtkonzept von Ruairí O’Brien arbeitet stattdessen mit Lichtwechseln/Farbwechseln und Dynamik. Mit diesen fließenden Lichtstimmungen werden unterschiedliche inhaltliche Themen versinnbildlicht und der temporäre Charakter dieser Beleuchtung unterstützt. Das lässt vielfältige Bilder der Stadt entstehen und verhindert, dass die Bauwerke zu einer „Stummen“ bunten Kulisse reduziert werden.
Das Lichtkonzept bietet mehrere Wahrnehmungsebenen, die individuell erschlossen werden können. Besucher, und vor allem Kinder, können sich, auf ihren Wegen durch die Potsdamer Mitte, einfach an den im Laufe des Abends immer wieder wandelnden Lichtstimmungen erfreuen, die der gesamten Veranstaltung eine heitere und anregende Atmosphäre verleihen. Darüber hinaus bietet das Beleuchtungskonzept aber noch weitere Ebenen, auf denen das Licht der Bauwerke an diesen Abend wahrgenommen werden kann. So werden die konstituierenden Symbole des Leitthemas „Zäsuren deutscher Geschichte“ und ihr historisch-emotionaler Gehalt mit dramaturgischen Varianten in der universellen Sprache des Lichts zum Ausdruck gebracht.
O’Briens Konzept verbindet Kunst und Wissenschaft. Grundlage des Konzepts ist die Farblehre – und der Dialog zwischen den Farben, der in harmonischer oder kontrastierender Form die Bauwerke und Räume inszeniert. Dieses Farbkonzept ist an den zeitlichen Verlauf des Abends angepasst, mit dem
Programmablauf der Gesamtveranstaltung „Unterwegs im Licht 2020“ abgestimmt und mit Bezügen zum Inhalt des Themenjahres „Zäsuren deutscher Geschichte“ erweitert. In die Auswahl, der mit Licht betonten Stellen wurden auch Orte der Erinnerung mit einbezogen, die als bewusstes Statement über den gesamten Abend nur neutral-weiß beleuchtet werden und sich nicht innerhalb des dynamisch ändernden Farb-Licht-Konzeptes befinden. Als wichtige Gedenkorte werden sie mit Licht betont, bleiben in ihrer Aussage aber unverändert.
Das Lichtkonzept „Puls der Geschichte“ für Unterwegs im Licht 2020 ist eine 7-stündige dynamische Gesamtkomposition für die Innenstadt von Potsdam und besteht aus fünf einzelnen Teilabschnitten – Akten. Ein Akt des Lichtkonzepts markiert, in Anlehnung an den Akt im Theater, einen Hauptabschnitt der Handlung. Gleichermaßen steht er hier aber auch für ein Ereignis, das im allgemeinen Sinn „eine Situation darstellt, die durch Dynamik oder Veränderung gekennzeichnet ist und in der ein Übergang von einem Zustand in einen anderen Zustand stattfindet“ (Definition Akt – Wikipedia).